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Der Unternehmenserfolg setzt sich aus subjektiven Elementen und operativen Komponenten zusammen. Je besser das subjektive Wohlempfinden der Mitarbeiter ist, desto gesünder sind sie und desto mehr Leistung können sie erbringen. Ein positives Betriebsklima wirkt sich also nicht nur auf das Wohlfühlgefühl der Belegschaft, sondern auch auf die Verwirklichung Ihrer Unternehmensziele aus.

Was macht ein gutes Betriebsklima aus?

Das sogenannte Betriebsklima ist der Oberbegriff für alle Faktoren, die an der Arbeitseinstellung und der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter beteiligt sind. Ein gutes Betriebsklima bedeutet, dass die kollektiven und individuellen Betriebsabläufe in objektiver und subjektiver Hinsicht harmonisch sind.

Ziel eines guten Betriebsklimas ist es, Mitarbeiter psychisch und physisch gesundzuerhalten, die Fluktuationsrate und Krankheitsausfälle zu mindern und die Produktivität zu erhöhen. Studien haben bereits belegt, dass die Mitarbeiterzufriedenheit einen starken Einfluss die gesamtbetriebliche Leistung hat.

Woran erkennen Sie ein schlechtes Betriebsklima?

Ein schlechtes Betriebsklima kann nicht nur für eine gedämpfte Stimmung unter den Mitarbeitern sorgen, sondern ein echter Unternehmens-Killer sein. Ausgebrannte Kollegen, ungerechte Arbeitsbedingungen und Streitereien unter den Angestellten sind erste Warnsignale dafür, dass Sie das Betriebsklima verbessern sollten, da es betriebs- und gesundheitsschädlich ist.

Ungerechtigkeit

Betriebliche Ungerechtigkeit entsteht durch das Verhalten oder die Entscheidungen der Führungskräfte und zeichnet sich unter anderem durch

  • Gehaltsunterschiede,
  • Diskriminierung am Arbeitsplatz,
  • unzureichendes Konfliktmanagement,
  • ungerechte Zuständigkeitsbereiche,
  • einseitige Verantwortlichkeit/Schuldzuweisungen und unfaire Umgangsweisen aus.

All diese Aspekte trüben das Gerechtigkeitsempfinden der Belegschaft und sorgen dafür, dass sie gesundheitliche Beschwerden, wie Schlafstörungen und Kopfschmerzen, entwickeln und krankheitsbedingt öfter fehlen.

Gerechte Betriebsstrukturen tragen aber nicht nur zur Gesunderhaltung der Kollegen, zur allgemeinen Zufriedenheit und zur Leistungsbereitschaft bei, sondern auch dazu, dass die Beschäftigungsverhältnisse dauerhaft bestehen.

Burnout

Dass das Arbeitsleben anstrengend ist, liegt in der Natur der Sache. Es sollte aber nicht ungesund und zu belastend sein. Doch in Zeiten der ständigen Erreichbarkeit (über Endgeräte wie Smartphones und Co.) geben die Angestellten auch einen Teil ihres privaten Lebens her. Dabei fällt dem Verhältnis von Arbeit und Freizeit bei der Entstehung vom Burnout ohnehin eine zentrale Rolle zu.

Einige Mitarbeiter arbeiten mehr als sie müssten, weil sie Deadlines einhalten wollen. Andere befürchten berufliche Konsequenzen, wenn sie auf ihren Urlaubsanspruch bestehen oder legen aufgrund finanzieller Bedürfnisse Wochenend-, Nacht- und Doppelschichten ein. Nach einer langen Belastungsphase sind die Angestellten physisch und mental wie ausgebrannt. Sie können ihre Arbeit nicht wie gewohnt verrichten und fallen mit mehrwöchigen Ausfallzeiten auf. Deshalb ist es wichtig, präventiv gegen betriebliche Schwachpunkte vorzugehen.

Eine klare Trennung von Arbeits- und Freizeit, angepasste Dienstpläne, realistische Unternehmensziele, ein empathischer Umgang und die Sensibilisierung für das Thema „Burnout“ (beispielsweise durch innerbetriebliche Schulungen) können das Betriebsklima verbessern und geeignete Maßnahmen gegen die berufsbedingte Überlastung sein.

Streit

Überall, wo verschiedene Menschen aufeinandertreffen, kann es zu Konflikten kommen. Zwischenmenschliche Differenzen sind per se nichts Schlechtes, denn: Gewöhnliche Auseinandersetzungen, die im Rahmen einer respektvollen Kommunikationskultur stattfinden, sind klärend und konstruktiv. Sobald toxische Mitarbeiter gezielt für Unmut sorgen oder die Betriebskommunikation mangelhaft ist, kann es jedoch zu weitreichenden Problemen kommen.

Anhaltende Streitereien zwischen den Mitarbeitern wirken fundamental. Sie senken das Interesse an der Arbeit, mindern den betrieblichen Output und schmälern die Produktivität. Außerdem kann es zu einer erhöhten Fehlerquote, vermehrten Fehlzeiten und einer höheren Kündigungsrate kommen. Wird der Konflikt (beispielsweise durch negative Äußerungen) nach außen getragen, treten womöglich sogar Imageschäden ein. Umso wichtiger ist es also, zielgerichtet mit Differenzen umzugehen.

Die Kernpunkte einer guten Konfliktlösungsstrategie sind:

  • Zeitgerechter und umfänglicher Informationsfluss,
  • Ansprechpartner im Streitfall,
  • Mediationsangebote und
  • eine offene Diskussionskultur.

Tipps für ein gutes Betriebsklima

Wenn Sie in der Führungsetage arbeiten, sind sie natürlich an unternehmerischen Erfolgen interessiert. Um diese auf der Grundlage eines guten Betriebsklimas zu erreichen, müssen sie zunächst aber gewährleisten, dass ihre Mitarbeiter zufrieden sind.

Die nachfolgenden Beispiele sollten Ihnen einen Eindruck davon vermitteln, wie Sie die Gratwanderung zwischen den notwendigen Betriebsprozessen, dem Erfolgsstreben und den individuellen Bedürfnissen Ihrer Angestellten schaffen können.

Kommunikation

Kommunikation gibt es in allen Situationen, in denen Menschen in einer Beziehung zueinander stehen. Kommunikation bezeichnet nicht nur den verbalen Austausch, sondern auch nonverbale Körpersignale, Videobotschaften und den Kontakt per Brief, Fax oder Mail. Außerdem wird unterschieden, ob sich die Kommunikation zwischen zwei Menschen abspielt oder beispielsweise im Team geschieht.

Kommunikation ist also ein vielschichtiges Thema, das auf die richtige Art und Weise Missverständnissen vorbeugen und für einen reibungslosen Arbeitsablauf sorgen kann. Darüber hinaus verspüren die Mitarbeiter ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl zu einem Unternehmen, das gute Umgangsformen mit einem offenen sowie frühzeitigem Informationsfluss pflegt. Wenn die Mitarbeiter einen Ansprechpartner haben, fühlen sie sich gesehen und erst genommen. Das wiederum stärkt das Vertrauen, schafft ein Gefühl von Harmonie und verbessert sowohl Einzelleistungen als auch die Zusammenarbeit.

Wertschätzung

Da die Mitarbeiter ihre Kollegen häufiger als ihre Freunde sehen, kommt ihnen in puncto Wohlbefinden eine Schlüsselrolle zu. Ein entscheidender Wohlfühlfaktor geht dabei von den Vorgesetzten aus.

Mitarbeiter, die keine Wertschätzung erfahren, verspüren eine starke Kündigungstendenz. Außerdem berichten sie von einer erhöhten Fehlerquote, einer beruflichen Entwicklungsblockade und einem Verlust an Engagement und Motivation.

  • Das Interesse am Gegenüber,
  • faire Gehälter,
  • Entwicklungschancen,
  • ein respektvoller Umgang,
  • Offenheit,
  • Anerkennung von Leistungen und
  • die Akzeptanz von Schwächen

sind einfache Methoden, die eine wertschätzende Unternehmenskultur ausmachen und mit deren Hilfe sich die Arbeitszufriedenheit verbessern kann.

Da das Betriebsklima durch die gemeinschaftlichen Handlungen entsteht, sollte der Umgang in allen Hierarchieebenen (also auch von Mitarbeiter zu Mitarbeiter und von den Mitarbeitern zum Vorgesetzten/Chef) respektvoll sein.

Kleine Aufmerksamkeiten

Die Wertschätzung über kleine Aufmerksamkeiten ist ein wichtiger Motivationsfaktor. Mit kleinen Geschenken kann der Arbeitgeber die Leistung seiner Angestellten anerkennen und seinen Dank für ihren Arbeitseinsatz zum Ausdruck bringen. Schließlich hängt der Unternehmenserfolg von der gesamten Belegschaft – und nicht nur von der Führungsetage – ab.

Geschenke zu besonderen Anlässen (wie dem Geburtstag, Weihnachten, der Hochzeit, einem Jubiläum, einer Geburt, für besondere Leistungen oder den Eintritt in den Ruhestand) geben dem Mitarbeiter das Gefühl gesehen zu werden. Außerdem tragen sie zu einer verbesserten Arbeitseinstellung bei, sie steigern das betriebliche Zugehörigkeitsgefühl und bewirken, dass die Kündigungsbereitschaft sinkt.

Dabei kommt es weniger auf den monetären Wert der Produkte als auf die Geste an.
Blumensträuße, (Erlebnis-, Tank-, Restaurant-, Drogerie-) Gutscheine oder Adventskalender für Mitarbeiter gehen immer und sind damit die Geschenk-Evergreens. Die Aufmerksamkeit sollte aber in den beruflichen Kontext passen und deshalb nicht unangemessen (beispielsweise zu persönlich) sein. Hinweis: Betriebliche Geschenke können als Aufmerksamkeit, Sachbezug oder im Rahmen einer Betriebsveranstaltung (beispielsweise Weihnachtsfeier) geltend gemacht werden und sind dann bis zur Freigrenze (50, 60 und 110 Euro) steuerfrei.

Work-Life-Balance

Work-Life-Balance ist ein Ausdruck für die Vereinbarkeit von Freizeitbeschäftigungen, Familie und Beruf. Die meisten Arbeitnehmer wünschen sich, dass diese drei Komponenten in einem ausgeglichenen Verhältnis stehen. Sie sind sogar bereit dazu, auf ein gutes Gehalt zu verzichten oder wechseln den Arbeitgeber, damit die Work-Life-Balance stimmt. Der Wunsch nach Lebensqualität und psychischer Gesundheit verdrängt also ein Stück weit das wirtschaftliche Begehren nach Status und finanzieller Sicherheit. Moderne Arbeitgeber berücksichtigen die Prioritäten ihrer Belegschaft und bieten familienfreundliche und zeitlich flexible Arbeitsmodelle an.

Faire Konditionen

Die Konditionen, also die Arbeitsbedingungen, werden gesetzlich oder vertraglich geregelt und tragen entscheidend zu der (Un-) Zufriedenheit der Angestellten bei. Zu den klassischen Belastungsfaktoren, unter denen der Arbeitnehmer seine Arbeit zu erbringen hat, zählen:

  • Arbeits- und die Pausenzeit
  • Gehalt und Zusatzzahlungen
  • Umgang mit Überstunden
  • Urlaubsregelung
  • berufliche Gleichberechtigung
  • Arbeitsumfeld
  • psychischen und physischen Anforderungen

Wenn die Arbeitsbedingungen nicht rechtens sind oder subjektiv als Belastung eingestuft werden, kann das Betriebsklima Schaden nehmen. Schlechte Stimmung, Überlastung oder Unterforderung und ein Mangel an (monetärer) Anerkennung, wirken sich außerdem negativ auf die Gesundheit aus.

Ziel sollte es also sein, die Konditionen nicht einseitig aus Unternehmerperspektive zu gestalten, sondern so, dass die Interessen der Mitarbeiter gleichbedeutend sind (Beispiel: flexible Arbeitszeiten oder Unterstützungsangebote im Falle von Überforderung).

Fazit

Der Arbeitgeber übernimmt eine Rolle, in der er sowohl seine betrieblichen Interessen, als auch die Bedürfnisse der Angestellten wahren muss. Da diese Aufgabe viele individuelle Komponenten enthält, kann die ideale Lösung manchmal nur ein Kompromiss aus allem sein. Dieser Artikel enthält einige Anregungen dazu, wie die Führungsetage das Betriebsklima verbessern kann. Der Erfolg dieser Methoden hängt aber davon ab, ob sich die Belegschaft mit dem Vorgehen identifizieren kann und ihrerseits aktiv an einem guten Arbeitsklima mitarbeiten will.

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